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1988 Nike Fla-Rak Stellung Vörden 118 (NL) Squadron – Video Mörking

Hier ein Film welches den Übungsalltag am Standort Vörden zeigt. In der gezeigten Zeremonie sprechen mehrere hochrangige Offiziere über die Außerbetriebnahme der alten Raketensysteme und den Anfang der Operationen vom neuen Patriot System (503 Sqn). Die 118 Sqn wurde als letzte Nike-Einheit der KLU am 31. März 1988 deaktiviert. Der Film endet mit einem interessanten Blick auf die Demontage von den Systemen und die anschließende Heimreise.

Geschichtliches vom Standort  (Text von http://www.relikte.com/voerden/flarak.htm )

Das Flugfeld in Vörden diente bereits seit Jahren den Britischen Streitkräften aus Osnabrück als Übungsgelände. 1960 begannen auf Randbereichen des Platzes die Arbeiten zum Aufbau der FlaRak-Stellung. Das frühere Flugfeld wies noch zahlreiche Bombenkrater aus dem II. Weltkrieg auf. Die Flächen mußten zunächst entmunitioniert werden, was anscheinend nicht tiefgreifend vorgenommen wurde.
Am östlichen Ende der Startbahnen hat man die Launcher Area (LA) angesiedelt. Hier waren einzelne Bauwerke des Einsatzhafens stehen geblieben, die nun teilweise genutzt werden konnten. Die ehemalige Flugleitung war noch komplett erhalten. Sie diente fortan als Bereitschaftsgebäude der Stellung. Die meisten anderen Einrichtungen wurden neu gebaut.
In der Stellung Vörden sind, wie üblich, drei Abschuß-Sektionen gebaut worden. Zwei davon, die Sections Alpha und Bravo, hat man mit einem weiteren Zaun besonders abgeteilt. Hier wurde ein Sicherheitsbereich eingerichtet, um die beiden Sektionen mit nuklearen Sprengköpfen bestücken zu können. Gut 1 km westlich der Launcher Area entstand die Intergrated Fire Control (IFC). Auf einem aufgeschütteten Wall konnten die Radargeräte des System Nike aufgestellt werden. Zusätzlich wurde auf einem Gestell ein großes Radargerät, das Fixed-HIPAR, aufgebaut. Dessen kugelförmige Wetterschutzhaube war ein weithin sichtbares Erkennungsmerkmal der Stellung.
Außerdem ist in die IFC das Groeps Operatiën Centrum (GOC) der 1. GGW integriert worden. Die Einrichtung koordinierte den Flugabwehrkampf der vier Batterien des Verbandes. Die Freigabe der Atomsprengköpfe in der LA konnte nur durch US-Soldaten erfolgen. Der 1. GGW aus Hesepe war dafür das 509th US Army Artillery Detachment zugeordnet. Dessen Bravo-Team war für die Sprengköpfe in der Stellung Vörden zuständig. Für das 509th USAAD ist am Nordrand des ehemaligen Vördener Flugfeldes ein kleiner Unterkunftsbereich errichtet worden.

Im November 1961 konnte die 118 Sqn den Betrieb in der Stellung Vörden aufnehmen. Der nördliche Nachbar wurde die 3. Batterie des FlaRakBtl 25 der Bundesluftwaffe in Wagenfeld; südlicher Nachbar die 121 Sqn der KLU mit Stellung bei Bad Essen.

Der Einsatz in Vörden lief über Jahre hinweg weitgehend ohne besondere Veränderungen. Bei den niederländischen Flugabwehrverbänden ergaben sich 1975 aus finanziellen Gründen einige grundlegenden Umstrukturierungen. 4 von 8 Squadrons wurden aufgelöst. Die 118 Sqn in Vörden war von dieser Aktion jedoch nicht betroffen. Die übergeordnete 1. GGW wurde mit der 2. GGW zur 12. GGW zusammengefaßt. Dieses führte nun die vier verbliebenen Squadrons. Das Groeps Operatiën Centrum in der IFC Vörden blieb erhalten und diente fortan der neuen 12. GGW.

In den 1980er Jahren bahnte sich auch in der Koninklijke Luchtmacht der Wechsel auf das modernere FlaRak-System Patriot an. Die KLU wollte das neue System deutlich weiter ostwärts stationieren. Vörden stand somit für die Niederländer als auslaufend fest. Die 118 Sqn wurde als letzte Nike-Einheit der KLU am 31. März 1988 deaktiviert. Die Stellung hat man geräumt und aufgegeben.
Die Bundeswehr hatte abweichende Vorstellungen von der Dislozierung der Flugabwehrverbände. Sie sah die Notwendigkeit, die Grundstruktur mit dem östlichen FlaRak-Gürtel für niedrige Höhe und dem westlichen Gürtel für größere Höhen beizubehalten. Von der Bundesluftwaffe war geplant, diverse Nike-Stellungen zu Einsatzstellungen für Patriot umzubauen. Diese Planungen sahen vor, die Stellung Vörden mit der 4. Batterie des FlaRakBtl 25 aus Lohne zu belegen. Untersuchungen ergaben jedoch eine zu große Munitionsbelastung aus Zeiten des II. Weltkrieges.
Mit dem kurz darauf folgenden Ende des Kalten Krieges erübrigten sich ohnehin weitere Pläne für FlaRak am Standort Vörden. Die Umzäunung der Anlage wurde entfernt und IFC und LA dem Standortübungsplatz der Briten einverleibt. Im Laufe der Jahre wurden einzelne Bauten abgerissen. Darunter waren das historische Bereitschaftsgebäude aus dem II. Weltkrieg und die Unterkunft der US-Soldaten. Zahlreiche Anlagenteile blieben jedoch stehen, sie zeugen bis heute von der vergangenen Präsenz der Niederländischen Luftwaffe auf der Liegenschaft Vörden.

Gruß Marcel

 

 

 

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Marcel Moerking

5 comments

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  1. 5
    Horst Walter

    Sehr geehrter Herr Mörking,

    wie bitte kommt man an solch ein Video…..ich glaube es fast nicht. Das ist einmalig wunderbar….meine Holländer noch mal so zu sehen hätte ich nicht zu träumen gewagt. Bin absolut überwältigt.

    Herzlichst Grüßt der Horst

  2. 4
    Patrick Wiegmann

    Grüß Dich Marcel,

    Hammer Video was Du uns hier zeigst. Ich hätte nie gedacht das so was damals gefilmt wurde. Immer wieder schön zu sehen was auch die Niederländer damals alles bei uns zu tun hatten. Schade das es davon nicht mehr gibt.
    Danke fürs zeigen Marcel.

    Gruß Patrick

  3. 3
    Michi73

    Moin,
    starkes Video, das sowas immer mal wieder auftaucht….Geil ;-). Kenne die Anlage auch aus den Zeiten wo sie die Briten mit nutzten.

    Gruß
    Michi

  4. 2
    Fred Bachofner

    Great movie. Enjoyed watching it. A specific time monument!
    Thnx for sharing.
    Fred Bachofner

  5. 1
    Lars de Vries

    Hallo Marcel,

    tja, da fällt mir fast nichts mehr zu ein. So ein Film ist historisch und geschichtlich gesehen kaum hoch genug zu bewerten. Klar, ist kein Hochglanz Full HD Video, aber wer braucht das schon. Das hier ist ein Schatz sondergleichen, das Salz in der Suppe. Hab ihn ja nun schon etwas länger, und bestimmt schon 5mal gesehen….und das komplett. Hab eh ein faibel für NL, das trifft aber ganz genau mein Manöverherz. Ich bedanke mich in allerschärfster Form und freu mich auf unser treffen jetzt demnächst im Januar. Dir bis dahin eine gute Zeit.

    MkG
    Lars

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