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1982 FmGrp Orientierungs + AufbauAusb. – Galerie Koch

(c) Andreas Koch

Bedingt durch die vielen LÜ – Einsätze waren auch tägliche Versorgungsfahrten durch meine Fernmelder und die Erkunder notwendig, sei es um noch Material heranzukarren oder die tägliche Post für die auf der SB befindlichen TE – Fhr zu holen. (…der tägliche “Papierkrieg” blieb ja nicht aus…) Die täglichen Fahrten in den Standort schulte die MKf, weil sie auch den ständigen Auftrag hatten wechselnde Routen zur SB und in den Standort zu nehmen.

Neben den LÜ hatten die FmTrps den Auftrag, im Rahmen der Ausbildung im Einzelmarsch das ÜbDorf “Barbara” im mot. Marsch zu erreichen. Selbstverständlich “lauerten” am Wegesrand die verschiedensten Aufgaben. Natürlich sollte auch die Ausbildung mit ein wenig “Schnitzeljagd-Charakter” Spaß machen. Mal waren die Fernmelder die “Schnitzel-Jagenden” und die Erkunder die “Schiedsrichter”, ein anderes Mal umgekehrt. Im ÜbDorf “Barbara” galt es dann vorgegebene Feldkabel- und Funkverbindungen herzustellen und zu halten. Die Ausbildung wurde von Mal zu Mal in den Anforderungen gesteigert, bis letztendlich eine einwöchige FmGrp/EVZ – Gefechtsübung auf den TrÜbPl Munster / Bergen herauskam. Heute ein paar Impressionen von einer solchen Ausbildungsfahrt mit unverhofftem Ende.

Die letzten drei Bilder stammen von einer Reichweitenüberprüfung.

Zu den Aufgaben als FmGrp gehörte es, zweimal im Jahr die Reichweitenfähigkeit der Funkgeräte der FmGrp und des EVZ zu überprüfen. Hierzu wurde am höchsten Punkt in der heimatlichen Kaserne der Unimog mit Antenne Standbetrieb aufgebaut. Fahrzeugschnauze Richtung Osten.

Die beiden MTW hatten den Auftrag im Abstand von jeweils 5 km getrennt Richtung Osten zu marschieren und im Abstand vom 5 km Funkverbindung mit dem „heimatlichen“ Funktrupp aufzunehmen. Die erreichten Aufbauplätze waren vom Personal im Unimog mit Orts- Zeit- und Entfernungsangabe auf Karte penibel genau zu übertragen. Die „reisenden MTW“ und Iltisse mussten jeweils am neuen Standort mit der kleinsten möglichen Sendeleistung und mit der kleinsten möglichen Antenne versuchen den Unimog zu erreichen. Erst wenn dies nicht mehr gelang war die nächst größere Sendeleistung zu wählen und wenn das nicht mehr reichte, durfte die nächst größere Antenne genutzt werde. Alles wurde genau von den „Unimoggern“ notiert. Schließlich mussten wir ja dafür den schriftlichen Nachweis führen.

Natürlich sollte es nicht nur eine stupide Rumgurkerei für die MTW und EVZ-Iltisse werden.Im Rahmen einer Art „Aufklärertätigkeit“ hatten sie in den verschiedensten Ortschaften bestimmte Punkte anzufahren und bestimmte Dinge zu notieren, per Funk zu melden, mit Karte und Kompass Geländepunkte ermitteln, DF zu nutzen, Marschgeschwindigkeiten einzuhalten, usw. usw. usw.

ALLES war nachprüfbar gewesen…

Nach einem Tag der Fahrt und des Schnitzeljagens waren die Kommandanten und Fahrer reichlich platt. Am „rauschigsten“ erging es der Unimog-Besatzung: den ganzen Tag die Funkgeräte mit °Rauschsperre „AUS“ … Ein geflügeltes Wort wurde vor jeder dieser Übungen extra befohlen:

„Auf der B491 nicht weiter als bis Ortschaft °TREBEL° sonst gibt’s Trouble !“

Weiter nach Osten hätten wir nicht gedurft, sonst wären wir in den für BW-Fahrzeuge gesperrten Bereich der innerdeutschen Grenze geraten ! Aber so weit haben unsere Funkgeräte nicht gereicht.

Und… in der Nähe von GORLEBEN mussten wir uns ja nun auch nicht unbedingt sehen lassen…

Bis UELZEN, ja, DAS war locker machbar.

Gruß Andreas

++++


Über den Autor

Andreas30459

10 Kommentare

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  1. 9
    Marco Goedecke

    Bei uns im Ort (Stadensen, LK Uelzen) standen die Fernmelder mit Unimog und Kübelwagen einmal fast 2 Wochen auf einem Bauernhof. Keine Ahnung was das für eine Übung damals war….

  2. 8
    Ad

    Super Beitrag Andreas, herzlichen Dank dafür!

    Gruß Arnd

  3. 7
    cars73

    Moin Andreas, eine feine Gallerie zeigst Du uns ,die FM waren früher bei größeren Übungen oft bei uns auf den Höfen untergezogen ,aber meist ohne Kette .Schönen Dank Dir für die schöne Anektode vergangener Zeiten, und der starken Gallerie.
    Schönen Gruß Carsten.

  4. 6
    RALF_67

    Hallo Andreas
    Schöne Bildergalerie über die Fernmelder.Bilder von Iltis ,M 113 und Unimog S 404 sind immer wieder schön anzusehen.
    Und die Geschichten umrahmen das ganze perfekt.

    Danke fürs Einstellen,

    Viele Grüße,RALF

  5. 5
    Joerg Waldhelm

    Hallo Andreas,

    schöne Geschichte über die Arbeit der Fermelder. Und dazu noch Bilder, die das Arbeiten der damaligen Zeit verdeutlichen. Danke.

    Gruß

    Jörg

  6. 4
    Free Lion

    Hallo Andreas,
    für mich als ehemaligen Fernmelder (2.FmBtl 1), dessen W15er-Zeit sich gerade zum 40. Mal jährt, spiegeln deine Schilderungen und Bilder die eigenen Erlebnisse sehr gut wider. Gerade Bild 16 erinnert mich an viele Stunden auf dem Dach unseres S404. Auch unser Btl. verfügte über einige M113, die damaligen Benzinmototren waren jedoch sehr anfällig. Das Warten auf den Abschleppdienst war manchmal ganz schön langweilig.
    Vielen Dank für die Bilder.

    Eckhard “FreeLion”

    1. 4.1
      Andreas30459

      Hallo Eckhard,
      wir hatten anno 1982 zum Glück schon Diesel-MTW.
      Bei dieser Übung ist uns allerdings die Roots-Welle (Lüfterwelle, das Bruchstück habe ich heute noch 😉 ) gebrochen, so dass wir den “Abschleppdienst” brauchten 🙂
      Diese Übung war meine letzte als stv. FmGrpFhr (StUffz).
      Ab August 1982 ging’s dann zum FwLehrgang.

      Im Unimog habe ich als Funk-Uffz immer UNTER dem Tisch geruht. Ins Tarnnetz eingewickelt… und kein Chef 1./- hat mich gesehen 🙂

      Gruß
      Andreas

  7. 3
    Lorenz Scheidl

    Servus Andreas!

    Schöne Bilder von den Fernmeldern und ein toller Bericht! Schade, dass es die Fernmelder in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gibt. Bei Übungen war es immer ein Glücksfall, wenn man untegezogene Funkkoffer finden konnte! Vielen Dank fürs Zeigen!

    Viele Grüße
    Lorenz

  8. 2
    Günther

    Toll geschrieben von einem der “dabei war” und mit Bildmaterial jener Zeit untermauert ! Zu den letzten beiden Bildern fällt mir der Spruch von unserem Ausbilder ein,wenn er jemanden mit den Händen in der Hosentasche erwischte : “Soldat, haben Sie heute Geburtstag? Nein? Dann nehmen Sie verdammt nochmal die Hände von Ihrer Kerze! ”

    Gruß
    Günther

  9. 1
    Lars de Vries

    Moin Andreas,
    wie gewohnt von dir starke Bildgalerie mit deinen wunderbaren lebhaften Erzählungen. Danke dir für deine tolle Unterstützung.
    Gruß Lars

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