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1991 Thomas Müntzer Kaserne Weißenfels – Motorisierte Schützenregiment 18 Otto Schlag + Fla-Raketenregiment 11 Georg Stöber – Galerie Rauch

Nach der Wende hatten wir als Bundeswehr-Flugabwehr-Offiziere plötzlich das Glück bzw. die Aufgabe, den direkten Blick auf unseren ehemaligen „Gegner“ zu werfen. Eine höchst eindrucksvolle Phase meiner Bundeswehrzeit und nicht mehr wiederholbar! Du kannst Dir vorstellen, wie genau wir die Gegenentwürfe zu Gepard und Co., z.B. ZSU 23-4 und BTR 60, inspiziert haben. Die Fotos sind allesamt am 15. März 1991 entstanden. Gruß Joachim

Thomas Müntzer (um 1489–1525) war ein radikaler Theologe und Reformator der frühen Neuzeit. Als einer der prominentesten Anführer im Deutschen Bauernkrieg forderte er nicht nur eine Erneuerung der Kirche, sondern auch radikale soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit für die unterdrückten Bauern und einfachen Bürger.

Die Kaserne in der Zeitzer Straße 112 war für ursprünglich für eine Feldartillerie – Abteilung der Wehrmacht geplant. Der Bau begann 1938. Doch schon im Sommer 1939 wurden wegen des geplanten Kriegsbeginns die Bauarbeiten wieder eingestellt. Die vier zum Teil nur fertiggestellten Gebäude wurden bei Kriegsende durch Leuna Arbeiter belegt. 1956 wurde die NVA gegründet und die Kaserne in der Zeitzer Straße wurde Standort für das aus Teilen des III. A-Kommmandos der KVP Bereitschaft Halle gebildeten MSR-18. Außerdem wurde in der Kaserne das Artillerieregiment 11 stationiert. 1961 erfolgte die Verlegung des Artillerieregiments nach Wolfen und der damaligen Flakabteilung -11 von Halle nach Weißenfels. Die Flakabteilung 11 wird kurze Zeit später zum Flakregiment-11 umstrukturiert. 1979 erfolgt die Umstrukturierung zum Fla – Raketenregiment 11. Als am 2.Oktober 1990 die Truppenfahnen der MSR-16, 17 und 18 sowie des FRR-11 eingeholt wurden, endete die 37 jährige Geschichte der Truppenluftabwehr in der 11. Mot.-Schützendivision. Beide Regimenter sind bis zu ihrer Auflösung zum 31. April 1991 hier stationiert. 1965 erhielt die Kaserne den Namen “Thomas Müntzer”. 1991 werden zunächst nur die Schilder abmontiert. Die Kaserne wurde Standort verschiedener Einheiten der Heimatschutzbrigade 38. Die erste Einheit, die in der Kaserne in der Zeitzer Straße untergebracht wurde, war das Panzerartilleriebataillon 385, es folgten die Panzerjägerkompanie 380, die Panzerpionierkompanie 380 und das Instandsetzungsregiment 70. 1993 erfolgte die offizielle Umbenennung der Thomas Müntzer-Kaserne in Sachsen Anhalt-Kaserne. Quelle http://www.flak11.de/FRR11_Kaserne.htm

Da es kaum Quellen im Netz über die Geschichte dieser Kaserne gibt, habe ich noch zwei Zeitzeugen kontaktiert die mir folgendes geschrieben haben, da ich das Pionier + Artilleriegerät nicht zuordnen konnte.

Steffen Niendorf schreibt dazu.: Da ich im Panzerbataillon des MSR 18 war und das im Park auch ziemlich separat war, kann ich nicht mit allerletzter Bestimmtheit sagen, welche Technik in den Hallen abgestellt war. Allerdings eines ist sicher Pioniergeräte hatten wir nicht. Die Mot-schützen hatten SPW 60 / 70 / BMP-1)mit Begleitfahrzeugen W50 / LO / Ural. Das Flakregiment gehörte zur Luftabwehr welche direkt den Bodentruppen unterstellt waren und auf die Unterstützung im Gefecht spezialisiert waren. Hier waren ZSU-23-4 Schilka im Einsatz + entsprechende Begleittechnik. Wir als Panzerbataillon hatten 3 Kompanien mit jeweils 3 Zügen mit jeweils 4 Panzern T-55M(Besatzungen). Es gab noch einen TB -Offizier (Technik und Bewaffnung) mit einer Besatzung für einen Bergepanzer. + Begleitfahrzeuge Ural / W50 / KRASS (transportierte Mienenräumgeräte) Aufgabe der Panzerzüge war es die Mot-schützen zu unterstützen. (gemischter Einsatz)

Frank schreibt folgendes.: die “Thomas Müntzer” Kaserne in Weißenfels beheimatete damals zwei Regimenter. Das Mot-Schützen -Regiment  MSR-18, “Otto Schlag” und das Fla-Raketen-Regiment  FRR-11, “Georg Stöber”. Mehr gab es da nicht. Ein reines Pionier-Regiment, war da nicht ansäßig. Pioniertechnik gab es aber in der  Führungsbatterie des Fla-Raketen-Regimentes. Der BLG-60 Brückenleger gehörte wahrscheinlich dem Mot-Schützen Regiment an, keinesfalls dem FRR-11. Ich selbst komme von einem FRR, deshalb weiß ich was da für Technik vorrätig war. Zweifel habe ich bei den 122 mm Haubitzen “Gwosdika”, Die gehören eigentlich in ein Artillerie-Regiment. Zur Abwicklung, ich war bis Anfang 90 aktiv, aber eben in einer anderen Kaserne. Die Berufskader konnten sich entscheiden bis zum 02.Oktober 1990, ob sie ausscheiden, oder im Bestand der BW weiter dienen wollten. Natürlich mit einigen Einschränkungen. Fast jeder bekam seinen Dienstgrad aberkannt und wurde anders eingestuft, zusätzlich mußte sich jeder einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen wegen eventueller damaliger Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit. Jede Kaserne hatte damals einen Verbindungsoffizier zur Staatssicherheit, der brauchte natürlich Informanten innerhalb der Truppe. Deswegen! Schlimme Zeit! Zur Abwicklung, ja es arbeiteten also Bw Soldaten mit verbleibenden ex NVA Kräften zusammen in der Kaserne. Technik wurde teilweise zur Verschrottung zusammen gezogen, aber auch zur Wiederverwendung bei der Bw. Heute noch arbeitet die Bw in einzelnen Fällen mit Fla-Raketen-Technik aus NVA Beständen.

Danke an alle Beteiligten für ihre wertvollen Information .

 

 

 

 

 

 

 

Über den Autor

Lars de Vries

Viele Manöver des "Kalten Krieges" hier im Weserbergland prägten mich in der Kindheit und Jugend und waren der Ursprung zu dieser Webseite!

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