Seit mittlerweile Jahrzehnten sprechen Jürgen und ich über diese Übung. Wie konnten wir es schaffen mit nur Bildern im Kopf und ein paar wenigen Anhaltspunkten da irgendwie was von zu nutzen um weiteres zu Erfahren und von Bildern dazu mal ganz zu schweigen?! Alleine das Übungsjahr machte mir schon zu schaffen, wer kann schon so genau sagen wann was gelaufen ist..? Dann kam Jürgen ins Spiel und meinte.: Du, das ist ganz einfach. Ich weiß genau während dieser Übung spielten sie ganz oft “There must be an Angel” von Eurythmics. Und wenn auf eines Verlass ist, dann auf Jürgen sein “Elefantengehirn”. Das konnte ich damit schon mal als gesichert hinnehmen. Also hatten wir ganz sicher schon mal das Übungsjahr 1985. Das selbst konnten wir noch auf die Sommerferien eingrenzen, da die ÜbTruppe nicht nur in Lauenstein auf dem OKAL-Parkplatz stand, sondern auch in Salzhemmendorf an der KGS. Und das konnten die nur während der Ferien machen, also waren wir im Juli / August 1985 gelandet…bis hier hin schon mal Top. Dann meinte Jürgen zu mir, frag doch mal Tina, die hat auch Bilder gemacht. Und siehe da, sie hatte tatsächlich eines. Und zwar ausgerechnet eines mit einem blonden Soldaten, mit dem wir Fußball gespielt hatten die ganze Zeit. Auch hier wußte Jürgen sofort, das ist Michel. Jetzt mal im ernst, wie kann man sich denn bitte an sowas erinnern 🙂 Natürlich stimmte das auch, wir kamen der Sache einen großen Schritt näher. Desweiteren war auch ein Leopard 1 zu sehen, wo es jetzt galt rauszubekommen was für ein Leopard das genau ist. Und wenn ich jemanden Frage bezüglich niederländischer Leoparden, dann muß unweigerlich unser Freund und Unterstützer Peter van Iren ins Spiel kommen. Und sein geschultes Auge und enormes Wissen kam sofort zum Tragen. Er schrieb.: Das 11, 59 und das 101 Tankbataljon, und das 104 Verkenningsbataljon hatten den im Bild gezeigten Leopard 1V !!!
Mit den gesammelten Daten und dem einen Bild von Tina habe ich jetzt versucht auf den großen niederländischen Facebook-Seiten irgendjemanden zu finden der sich eventuell daran erinnert. Und es kam wie wir uns das erwünscht hatten. Zuerst schrieb Peter Pipping…da war ich ganz sicher dabei, das kommt mir sehr bekannt vor. Er hatte nicht nur sehenswerte Bilder, sondern auch noch den Jahresplaner vom 59 Tankbataljon aus dem Jahr 1985. Ich dachte ich breche ab, wir hatten nicht nur die ersten Bilder, sondern sogar einen Übungsnamen..! Und das war noch nicht alles, Michel hatte sich wiedererkannt und auch sofort geschrieben. Alles fügte sich wie ein Puzzle zusammen. Michel de Jong konnte sich genau wie wir noch an sehr viele Details erinnern, natürlich auch an unsere ausführlichen Fußballrunden auf dem OKAL-Parkplatz an der Salzhemmendorfer Straße in unserem Heimatort Lauenstein. Alles ploppte irgendwie auf was nur noch verschwommen im Hinterkopf vorhanden war. Die Bo-105 der Niederländer die hier auch gelandet war, das Ausleuchten der Feldmarkt inkl. der Scheunen mit dem Suchscheinwerfer am Leopard, das gemeinsame Essen und Trinken usw. Es gab hier auch keine Sanitären Anlagen geschweige denn Duschmöglichkeiten, so das sie dafür immer die Mehrzweckhalle in Lauenstein nutzen. Dann meldete sich René, der das auch sofort erkannt hatte und steuerte ebenfalls Bilder bei. Eine Besonderheit wäre hier noch zu nennen. Es gab in der Zeit wo sie hier standen kaum Bewegungen der Kettenteile. Die Leoparden hatten in Sennelager wohl neue Ketten bekommen und fuhren dann ja per Landmarsch hier zu uns. Da gab es wohl so viele Probleme, das die Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen gesperrt waren, und zwar solange bis das Problem mit den Ketten erkannt und behoben wurde. Man sieht auch auf einigen Bildern wie diese neu aufgezogen wurden, also wohl ein ernsthaftes Sicherheitsproblem.
Das ganze noch ergänzt mit Jürgen seinen Bildern hatten wir mehr als wir uns jemals erhofft hatten. Ich kann mich noch gut erinnern wie die Jungs abgezogen sind. Die Mädchen waren tottraurig das die hübschen Männer jetzt weg sind, und wir, weil die Panzer weg waren 🙂 Wir sind mit dem Fahrrad noch bis nach Ahrenfeld und Heinsen hinterher. Sie hatten uns vorher die Route genannt, da sind wir mit den Fahrrädern vorweg gefahren. Kurz vor Ahrenfeld am Fuß des Thüster Berges waren sie dann schon hinter uns, ich schmiß mein Fahrrad an die Seite und stellte mich direkt an den Weg zum letzten Gruß wenn man so will. Da hätte es mich fast dahingerafft. Der erste Leopard rutschte in den Graben wo ich stand ( der konnte mich natürlich nicht sehen, ich stand zwischen den Hecken ) und ziehte das aber mal vollkommen durch. Knüppel, Äste und Erde flogen durch die Luft, und ich konnte nach hinten nicht weg, und der fuhr mit allem was das Boot hergab weiter. Ich war keine 10cm mit meinem Körper vom komplett durchdrehenden Panzer entfernt…das werde ich niemals vergessen. Danach sammelten sie sich nochmal in Ahrenfeld mitten im Ort am Kriegerdenkmal wo wir es gerad noch hinschafften, dann fuhren sie los und waren seit dem nicht mehr gesehen. Richtung Rittergut Heinsen, und dann vermutlich in Richtung Esbeck und weiter bis nach Eime.
Ich bedanke mich in allerschärfster Form bei allen hier zuvor genannten. Und auch hier zeigt sich wieder einmal, das gerade die Niederländer immer und alles in Bewegung setzen um einen zu helfen. Die Bilder zeigen Aufnahmen aus Lauenstein, Salzhemmendorf, Hemmendorf, Brünnighausen, Esbeck, Eime, Hameln und Barntrup.
Gruß Lars de Vries
Lars de Vries
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