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1986 Fränkischer Schild + Wehrdienstbilder 86+87 – Galerie Schaubel

Hallo zusammen

die Bilder 1-3 zeigen die 2./123 beim öffentlichen Gelöbnis am 10.02.1986 (fast auf den Tag genau 33 Jahre her). Wir waren damals weit über 120 Rekruten, die am 02.01.1986 in die Kurzmainz Kaserne in Tauberbischofsheim eingezogen wurden. Nach der 6-wöchigen Grundausbildung mit nach gelagertem Biwak bis zum 08.02. freuten wir uns alle wieder auf ein Wiedersehen mit den Angehörigen. Zu diesem Zeitpunkt war übrigens einer der kältesten Winter aller Zeiten. Wir hatten in TBB bei der Kasernen Wache Nachts minus 23 Grad. Glücklicherweise waren wir der erste Jahrgang, der damals spezielle Kälteunterwäsche erhielt.

Nach der Fachausbildung bzw.. der sechswöchigen Fahrschule ging es damals im April 86 über Ostern nach Mayen-Koblenz zu der Vermessungsübung Libelle (Bilder 6-10). Mayen liegt ja bekanntlich in der Eifel in der Nähe des Nürburgrings und dort gibt es nur 2 Arten von Wetter – trocken und heiß oder wie bei uns, nasskalt und windig. Eine richtige Sauerei war das damals. Nichts als Schlamm und Dreck. Ich erinnere mich an einen Kameraden, der dermaßen die Schnauze voll hatte und seinen Unimog absichtlich im Schlamm festgefahren hat, damit er nicht mehr rumrödeln musste.

Bilder 12-19 zeigen uns bei der Heeresübung 1986 “Fränkischer Schild”. Wir gehörten zur 12. PzDiv mit Sitz in Veitshöchheim bei Würzburg. Dort gibt es übrigens einen Traditionsverband (12pzdiv.de) die Erinnerung an die alten Zeiten nach der Schließung der “Zwölften” aufrecht erhält. Geht mal auf die Seite, echt interessant, vor allem wenn man selber dabei war. Wir waren damals Verfügungsreserve und kamen sozusagen glücklicherweise nicht zum Einsatz. Damals gab es ja schon die Sommerzeit und da es sich um eine NATO Übung handelte, wurde die ZULU Zeit dazu gerechnet. Heißt, dass die Uhren 2 Stunden vorgestellt wurden. Ein Schwachsinn, wenn man morgens um 3:30 (alte Zeit) zum Frühstück holen fahren musste. Und nachts wurde es nicht dunkel. Irgendwann hast du sowieso das Zeitgefühl verloren. Allerdings hatte unser HptFw. immer ein paar Ideen, wie er uns strietzen konnte. Wir sind damals auf einem Bauernhof bei Schweinfurt untergekommen. Leider weiß ich die Ortschaft nicht mehr, was mich damals auch nicht sonderlich interessiert hat. In guter Erinnerung ist mir allerdings der sehr gute und liebevolle Kontakt zu der Zivilbevölkerung, was heute sicherlich ganz anders wäre.

Bilder 20-30 zeigen Bilder vom Aufenthalt auf dem TrÜbPl Grafenwöhr in der Oberpfalz. Ein unvergessliches Erlebnis, als wir zum 1. Mal den “Leo II” auf der Schießbahn beim scharfen Schuß beobachten konnten. Weitere Erlebnisse waren Luftangriffe einer A 10 Thunderbolt “Warzenschwein” der US Air Force. Wenn die Gattling feuert, siehst du erst den Einschlag, bevor du den Abschuss hörst. Ebenso imposant, die M 107 und M110 (203er) zu erleben. Und in Erinnerung bleibt mir auch ein Besuch im Bundeswehrkrankenhaus in Weiden, als ich mir bei einer Aktion das Knie verdreht habe und für 4 tage stationär eingeliefert wurde. An der Verletzung laboriere ich immer wieder und am Mittwoch erhalte ich mein 5. Knieoperation auf Grund dieser Vorgeschichte.

So haben wir uns durch die Monate “gekämpft” und haben am 26.03.1987 die BW ehrenhaft verlassen. Bild 29 und 30. Für ein weiteres Jahr waren wir dann noch als Reserve eingeteilt, bis wir im Frühjahr 1988 in der STOV in Ludwigsburg unsere Klamotten abgeben durften. Ein Jahr später fiel die Mauer und so kann man rückblickend sagen, dass auch wir unseren – wenn auch bescheidenen – Beitrag zum Erhalt die Friedens geleistet haben. Wenn man rückblickend unsere Tätigkeiten betrachtet und mit welchem Aufwand an Mensch und Material damals gearbeitet wurde, kann man heute nur darüber lächeln und den Kopf schütteln. Die Bestimmung von Koordinaten macht heute jeder 12 Jährige mit seinem Smartphone mit Google Maps. Und wir haben tagelang topographische Punkte gesucht und vermessen.

Beim Schreiben läuft eben wieder dieser ganze Film ab und ich kann eigentlich nicht glauben, dass diese Ereignisse schon über 33 Jahre her sind.

Kameradschaftliche Grüße

Markus

 

Über den Autor

Markus Schaubel

2 Kommentare

  1. 2
    Lars de Vries

    Moin Markus,

    herzlich willkommen hier bei uns. Ein Einsatnd vom allerfeinsten, das kann sich mehr als sehen lasssen. Wenn ich die M110 sehe gerate ich unweigerlich ins schwärmen. Aus dem Nachbarort dröhnte Panzerlärm…mein Kumpel Mike und ich wußten aufgrund dieser Geräuschkulisse nicht was uns erwartet. Und dann kamen sie…mindestens 12 Stück…was für ein Anblick und brachialer Lärm…unglaublich. Nach heutigem wissen handelte es sich um das 5th Royal Artillery Regiment aus Hildesheim….das heißt mal locker 30km Straßenmarsch. Diese zogen natürlich direkt vor uns im Ort auf einen Acker und brachten sich in Stellung. Ein Anblick für die Götter, muß auch gegen 1986 gewesen sein. Danke für deine tollen Eindrücke, hier ist genau der richtige Platz dafür.

    Gruß Lars

  2. 1
    Günther

    Diese Bilderstrecke, könnte genauso gut heißen: “Aus dem Leben eines W15 erns”…was wecken diese Bilder wieder für Erinnerungen..im guten sowie im schlechten.
    Wenn ich die letzten Bilder so anseh, kommt mir wieder jene Begebenheit in den Sinn, als man kurz vor der Entlassung , des Abends im Manschaftsheim saß, um unserem Hut noch die letzten Feinheiten anzubringen, als es plötzlich im Lautsprecher tönte” Dritte Kompanie Nato-Alarm” das waren wir…aber das konnte doch gar nicht sein, normaler weise war doch immer der ganze “Haufen” rebellisch und so schenkte man der Durchsage keinerlei Beachtung, die wollen uns doch verarschen…ein fester Schluck aus dem Weizenglas und weiter gings..kurz darauf tönte es wieder “Dritte Kompanie Nato-Alarm” hehehe doch nicht mit uns, das glaubt ihr doch selbst nicht!”
    Weiter also dem Bier zugesprochen und den Herrgott ein guten Mann sein lassen…es dauerte nicht lang und wieder tönte es, aus dem Lautsprecher : “Dritte Kompanie Natoalarm”
    Irgendwie kam man dann zur Übereinkunft, das man doch mal nachsehen sollte und man machte sich mit einem “leichten Hepfen” im Genick in Richtung Kompanie – Gebäude auf den Weg….oh leck tatsächlich alles abgedunkelt.
    Das “Empfangskomitee” in Gestalt der Mutter der Kompanie stand auch bereit…es war ein Bild für Götter als die verlorenen “Schäflein” vor dem Rache-Engel in Gestalt unseres Spießes standen…aus der Aldi-Tüte ragten die Pfauenfedern und die Herren “Ausscheider” mit einem glücksseligen Grinsen im Gesicht, da das Bier seine Wirkung nicht verleugnen konnte…alle Fahrer waren sternhagelvoll und es war in keinster weise, daran zu denken, das wir mit unseren Panzern nur einen Meter fahren konnten.
    Nach einem fürchterlichen Anschiss kam man zu Einsicht, das es besser war, den “Nato-Alarm” auf den folgenden Morgen zu verschieben…was in den folgenden 36 Stunden kam, mag es mir der geneigte Leser es verzeihen, das ich hier den Mantel des schweigens drüberhülle…
    So , es bleibt dir zu wünschen, das am Mittwoch die OP gut verläuft und dir DANKESCHÖN zu sagen für die tollen Bilders!

    Gruß
    Günther

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