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2021 Somme Lancer – Britische Panzeraufklärer üben im Weserbergland – Gemeinschaftsgalerie + Video

Ende September verlegten große Teile der im britischen Catterick stationierten The Royal Lancers (Queen Elizabeths´Own) für mehrere Wochen nach Deutschland.Für circa 650 Soldatinnen und Soldaten ging es per Luft,-Land und Seetransport mit gut 180 Fahrzeugen (CVR/T, Jackal , Warrior, Mastiff und Panther) auf den Truppenübungsplatz Sennelager. The Royal Lancers ist ein Kavallerieregiment und ist als Aufklärungsregiment (Reconnaissance Regiment) der 1st Armoured Infantry Brigade unterstellt. Somit sind die Royal Lancers die Augen und Ohren der britischen Armee. Zur Ausstattung gehören größtenteils Kettenfahrzeuge der CVR/T Familie (FV 107 Scimitar, FV 105 Sultan, FV 104 Samaritan, FV 103 Spartan und FV 106 Samson) sowie verschiedene Radfahrzeuge. Die Übung gliederte sich in eine freilaufende FTX (Field Training Exercise) auf über 5000 Quadratkilometern zur Identifizierung von Feinden und Zielen und Scharf-Schießen (Live Firing) mit Luftwaffen-Beteiligung auf dem Übungsplatz Sennelager.Der Übungsname leitet sich ab von einer der größten Schlachten des Ersten Weltkrieges , nämlich die an der Westfront verlaufenden Somme. Dieser Fluss liegt in der Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs. Am frühen Morgen des 1.Oktober (Freitag) begann im Rahmen der FTX der ca. 70 Kilometer lange Marsch von Sennelager in Richtung Hameln. Schon nach kurzer Fahrt auf der Bundesstraße 1 ging es für die unzähligen CVR/T nun bereits breit gefächert in die Wälder. Fast alle Waldwege wurden genutzt um möglichst unerkannt voran zu kommen. Kurz vor Hameln, in den weitläufigen Wäldern rund um Goldbeck, zwischen Rinteln und Hessisch-Oldendorf gelegen, kam es im Tagesverlauf zu ersten massiven Feindkontakten. Die OPFOR, dargestellt von einigen britischen Soldaten sowie der History and Reenactment Group 363 Field Squadron und der RK MILKfz heizten den Royal Lancers mächtig ein, konnten den Marsch in Richtung Hameln aber nicht wirklich stoppen. Nach und nach setzten die Royal Lancers ihren Marsch auf ihr Tagesziel Gut Helpensen kurz vor Hameln fort. Auf einer angrenzenden Ackerfläche zogen die Truppen im Verlauf des Abends unter, um hier das Wochenende zu verbringen. Warum Gut Helpensen…? Das Gut Helpensen war zu Zeiten des Kalten Krieges eigentlich „dauerbesetzt“ von Truppen der BAOR. Aufgrund noch bestehender Kontakte/Beziehungen zu den britischen Streitkräften stellte der Gutsbesitzer Freiherr von Mengersen seine Liegenschaft für diese Übung gern zur Verfügung. Sehr früh, am folgenden Montag verlegten alle Kräfte mit ihren Fahrzeugen in die umliegenden Wälder um diverse Aufklärungsmissionen entlang der Weser durchzuführen. Am Dienstag und Mittwoch kam erneut ordentlich Bewegung in die Übung. Die OPFOR setzte der Übungstruppe besonders am Mittwoch während ihres Rückmarsches nach Sennelager nochmals ordentlich zu. Hier endete nun die freilaufende FTX. Wir hatten die Gelegenheit die Übung an mehreren Tagen zu begleiten, und JA…..,es war ein unvergessliches Erlebnis welches mit Worten kaum zu beschreiben ist….! Unser Dank gilt ausdrücklich allen Beteiligten Soldatinnen und Soldaten, die mit Ihrer freundlichen und offenen Art den höchsten Respekt verdient haben. Weiterhin geht Dank an Herrn Whitehurst (Senior Press Officer) der BFG und an Herrn Freiherr Cord von Mengersen.Nun viel Spaß mit den gesammelten Eindrücken von SOMME LANCER.                                                 Military-Database Lars de Vries / Ralf Schober

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SOMME LANCER / The Royal Lancers on exercise in Germany                                                                                                                                                    At the end of September, large parts of The Royal Lancers (Queen Elizabeths’Own) stationed in Catterick, UK, moved to Germany for several weeks. About 650 soldiers and 180 vehicles, 80 of them Class “A” vehicles (CVR/T, Jackal, Warrior, Mastiff and Panther) were transported by air, land and sea to the military training area Sennelager. The Royal Lancers is a cavalry regiment and is subordinate to the 1st Armored Infantry Brigade as a reconnaissance regiment. Thus, the Royal Lancers are the eyes and ears of the British Army. The equipment includes mostly tracked vehicles of the CVR/T family (FV 107 Scimitar, FV 105 Sultan, FV 104 Samaritan, FV 103 Spartan and FV 106 Samson) as well as various wheeled vehicles. The exercise was divided into a free-ranging FTX (Field Training Exercise) on more than 5,000 square kilometres to identify enemies and targets and live firing with air force participation at the Sennelager training area. The exercise name is derived from one of the biggest battles of the First World War , namely the Somme, which runs along the Western Front. This river lies in the Hauts-de-France region in the north of France. In the early morning of 1 October (Friday), the FTX started the 70-kilometre march from Sennelager towards Hamelin. After only a short drive on the Bundesstraße 1, the countless CVR/T were now already broadly heading into the woods. Hardly a forest path was not used in order to get ahead as undetected as possible. Shortly before Hameln, in the extensive forests around Goldbeck, situated between Rinteln and Hessisch-Oldendorf, the first massive enemy contacts occurred during the course of the day. The OPFOR, represented by some British soldiers as well as the History and Reenactment Group 363 Field Squadron and the RK MILKfz, gave the Royal Lancers a lot of heat, but could not really stop their march towards Hameln. One by one, the Royal Lancers continued their march towards their destination for the day, Gut Helpensen, just outside Hamelin. In the course of the evening, the troops moved into an adjacent field to spend the weekend. Why Gut Helpensen….??? The Helpensen estate was actually “permanently occupied” by BAOR troops during the Cold War. Due to still existing contacts/relations with the British forces, the landowner Baron von Mengersen gladly made his property available for this exercise.
Very early on the following Monday, all forces moved with their vehicles into the surrounding forests to carry out various reconnaissance missions along the Weser. On Tuesday and Wednesday, the exercise got moving again. Especially on Wednesday, the OPFOR put a lot of pressure on the exercise troops during their march back to Sennelager. This is where the free-running FTX ended. We had the opportunity to accompany the exercise on several days, and YES…..,it was an unforgettable experience which can hardly be described in words….! Our thanks go expressly to the participating and very nice soldiers, who earned the highest respect with their friendly and open manner. Further thanks go to Mr. Whitehurst (Senior Press Officer) of the BFG and to Baron Cord von Mengersen.
Now have fun with the collected impressions of SOMME LANCER.

Military-Database Lars de Vries / Ralf Schober

 


Über den Autor

Lars de Vries

Viele Manöver des "Kalten Krieges" hier im Weserbergland prägten mich in der Kindheit und Jugend und waren der Ursprung zu dieser Webseite!

10 Kommentare

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  1. 10
    Joerg Waldhelm

    It was not difficult to enjoy this field training exercise (FTX) because you will find such an exercise rarely today.
    In the former century, in times of the cold war, you were often involved with FTXs, but they disappered little by little.

    Because of the training of the German Army an the US Army in my area in former times it one of the first times to see the British Army.
    I was pleasent surprised of the soldier`s friendliness . That is not self-evident!
    They explained everything abotut their tanks. It was very impressive to see their knowledge in doing their duty! It was a grateful exercise!

    Best regards

    Joerg

  2. 9
    Sascha KS

    Wohl keiner hätte geglaubt, dass wir so ein Manöver unser britischen Freunde noch einmal erleben dürfen. Aber der Traum ist wahr geworden. Man fühlte sich wieder in die Kindheit zurück versetzt. Bei uns in Nordhessen hab ich die Briten vor etwa genau 32 Jahren gesehen. Es war einfach der Wahnsinn, drei Tage dieses Flair nochmal genießen zu können . Truppen suchen, Kettenspuren verfolgen und so weiter.Herrlich😁 Die Soldaten waren alle super freundlich und immer zu einem Smalltalk bereit. Man kann nur hoffen, dass es nicht eine einmalige Aktion bleibt und der Captain der Einheit seinen Plan umsetzen kann und die Royal Lancer bald zu uns zurückkehren.

    It was a great pleasure to see that guys in germany!!! 🇬🇧👍

    Besten Gruß Sascha

  3. 8
    Udo Plaßhenrich

    ….nach so vielen Jahren Verzicht in Sachen freilaufende Manöver war das jetzt der pure Wahnsinn 2021.
    Ein Dank gilt den Soldatinnen und Soldaten der THE ROYAL LANCERS .
    Sie hatten und haben ein sehr offenes Ohr gegenüber der hiesigen Zivilbevölkerung gezeigt , RESPEKT.
    Wir Deutschen können nicht nur stolz auf unsere Bundeswehr sein , sondern auch auf unsere Britischen Freunde
    die hier auch für unseren Frieden und unsere Freiheit üben.
    Das zeigt auch die gute Zusammenarbeit der Pioniere in Minden wo jetzt auch eine Britische Kompanie fest stationiert ist.
    In Zukunft wünsche ich mir noch viele solche Manöver.

    Nochmals DANKE DANKE
    Ihr seit immer Herzlich Willkommen.

    Gruß aus der Senne
    Euer Udo

  4. 7
    Christian_27

    Cold war in the 1980´s… so muss es gewesen sein, ein Hauch zog durchs Weserbergland. Unglaubliche Szenen wenn man die Videos oder Bilder sich anschaut. Toll von allen Akteuren festgehalten. Schön das unsere britischen Freunde zurückgekommen sind…

    Thank you for coming back to germany!

    Viele Grüße,
    Christian

  5. 6
    Patrick Wiegmann

    Was für hammer Eindrücke von dieser aus den 80er Jahre zurück geholten Übung. Kaum zu glauben was da freilaufend
    draußen am üben war. Und dabei haben die “Royal Lancer” auch noch die allerbesten Eindrücke hinterlassen. Und zwar von allen,
    insbesondere von der etwas jüngeren Generation, die auch mal eben auf der Wiese geschminkt wurde. Kaum zu glauben was man
    da gesehen hat. Bleibt nur zu hoffen das den “Royal Lancer” das ebenso gut gefallen hat, so das diese spitzen Übung an anderer oder auch gleicher Stelle noch mal wiederholt wird.
    Auf jeden Fall ganz grosse klasse.

    Gruß Patrick

  6. 5
    RALF_67

    …es ist einfach unglaublich dass es in der heutigen Zeit eine solch freilaufende Übung noch geben kann! Man fühlte sich zurückversetzt in die Zeit des Kalten Krieges als solche Übungen fast an der Tagesordnung waren.Eigentlich niemand von uns Briten-Fans hätte auch nur ansatzweise damit gerechnet dass jemals wieder britische Aufklärer mit ihren CVR-T´s im Weserbergland unterwegs sein werden!
    Es waren mehrere phantastische Tage mit unbeschreiblichen Emotionen die über uns hereingebrochen sind….,unfassbar….!!!
    Man kann unsren britischen Freunden von den “Royal Lancers” nur ausdrücklich danken.Ihre freundliche und aufgeschlossene Art uns gegenüber war mehr als vorbildlich!Es ist nicht selbstverständlich dass Militär-Fotografen die übende Truppe so hautnah begleiten dürfen.
    Vielen Dank dafür….,und kommen Sie bitte wieder zu uns ins herrliche Weserbergland…,wir würden uns riesig freuen !
    Grüße,Ralf

  7. 4
    Michael Uffmann

    Moin,
    das ich das noch mal erleben durfte……ich hab’s erst geglaubt als ich den ersten Scimitar gesehen hab 😃.
    Ich denke wir haben klasse Eindrücke gesammelt von und mit einer super Truppe. Danke an die Royal Lancer!
    Gruß
    Michi

  8. 3
    Guenther H.

    So manche Bilder ,die einen auf den ersten Blick glauben lassen, in den tiefsten 80ern gelandet zu sein…besonders jene die an C1 und M113 der kanadischen Streitkräfte erinnern. Genauso sah das vor 50 Jahren auch aus, man glaubt es kaum das heutzutage soetwas möglich ist und doch ist es so, wie diese Bilderstrecke samt Videos eindrucksvoll zeigt.
    Was werden die beiden jungen Manöverspotter später wohl sagen? Ich glaub das gleiche wie der alte ergraute Herr vorm dem PC : “Weißt doch noch, damals als wir bei den Panzern waren?” Diese Bilder verkörpern,genau das Feeling aus längst vergangener Zeit…es zog einen in den Bann und ließ einen nie mehr los.
    Auch damals wackelten riesige Helme auf dem Kopf mit einem M16 das den “Zwerg” fast zu erschlagen drohte ,natürlich ganz locker mit “Jewing Gum” zwischen den Zähnen.
    Was waren das für herrliche Zeiten,darum freut es mich um so mehr, das es Kinder gibt, die dies heutzutage noch erleben dürfen und sicherlich niemals vergessen werden.
    Naja kein Wunder bei den Papas 😉😁

    In diesem Sinn: GANZGROSSES DANKESCHÖN für diese wunderbare Zeitreise ääähh 1A Bilderstrecke aus jüngster Zeit!

    Grüße Günther

  9. 2
    Rene Ziep

    Wow, was für eine grandiose Übung!
    Das Sie wieder so stattgefunden hat gleicht an ein kleines Wunder .Hoffentlich wird es öfter wieder freilaufende Übungen der Briten bei uns geben.
    Ein klasse Beitrag, den Ihr da erstellt habt,tolle Videos und Fotos , ein Highlight in diesem Jahr .
    Vielen Dank

    Gruss Rene

  10. 1
    Lars de Vries

    Was für eine Übung…..! Lange lange haben wir da drauf gewartet. Endlich mal wieder britische Aufklärer in dem für sie schwierigen Terrain Weserbergland. Szenen wie wir sie längst nicht mehr geglaubt haben zu sehen. Vieles vieles hat mich tief beeindruckt, aber am schönsten war für mich der Umgang der freundlichen Soldaten mit den “Zaungästen”, aber vor allem mit den Kindern. Das war eine Zeitreise wie vor 35 Jahren, einfach großartig. Jeder der die Übung begleitet hat, hat jede Sekunde davon genossen. Ab und an hab ich mich gefragt ob ich das gerade wirklich sehe. Meinen allerhöchsten Respekt an alle “Royal Lancer”, die bewiesen haben, das es überhaupt kein Problem ist in Deutschland freilaufend zu üben. Ihr seid hoch willkommene und gern gesehene Gäste. Ich hoffe das das nicht einmalig war. Herzlichen Dank an alle die das ermöglicht und in die Wege geleitet haben.

    Gruß Lars

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