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1980 Spearpoint Crusader – Galerie Wood

Die Übung, deren Vorplanung zwei Jahre in Anspruch nahm, fand in der Zeit vom 14. bis 26. September 1980 im Raum zwischen Braunschweig, Wolfenbüttel, Goslar, Northeim, Hannover, Hameln und Minden statt. Bis zum 15. September 1980 wurden aus Großbritannien 10.000 Berufssoldaten und 20.000 Reservisten nach Niedersachsen transportiert. Der Truppentransport und deren 8.000 Fahrzeugen aus England erfolgte über Antwerpen, Brüssel, Düsseldorf und Gütersloh. Der Ballungsraum von Spearpoint 80, in dem am 14. September der Aufmarsch begann, befand sich um Hildesheim, Hannover, Alfeld und Hameln. Brückenschläge fanden durch die Panzerbrigade 3, nachdem sie ihren Verfügungsraum südlich von Peine verlassen hatte, über vier US-MFAB Brücken (Mobile Floating Assault Bridge) über die Leine bei Schulenburg (durch das 17. US-Pionierbataillon) und die Weser statt. Diese Brückenköpfe wurden durch ORANGE gesichert.

Im Rahmen von Spearpoint 80 ereigneten sich folgende Luftlandungen:

  • 17. September 198015:02 Uhr. Luftlandung des 3. Bataillon/82. US-Airborne Division mit 600 Soldaten und leichtem Kraftfahrgerät im Raum Algermissen (Algermissen/Lühnde/Bledeln) aus zehn Lockheed C–141A „Starliftern“ aus 300 Metern Höhe abgesetzt. Die Maschinen waren in Fort Bragg (North Carolina) gestartet. Abgesetzt wurde sie in einminütigen Intervallen, wobei in Pulks von zwei bis drei C–141A angeflogen wurde. Der Landeraum betrug etwa 400 × 2000 Meter. Erste organisierte Aktionen der gelandeten Fallschirmjäger waren erst nach einer Stunde möglich.
  • 20. September 1980Ostrand von Osterwald auf dem gleichnamigen Höhenzug. Es wurden Soldaten des 16. schottischen Bataillons,aus Glasgow kommend, aus sieben Lockheed C–130E „Hercules“ hinter den Linien von BLAU,unterhalb der Marienburg,abgesetzt. Es wurde in zweiminütigen Abständen je 45 Soldaten aus 300 Metern Höhe abgesetzt. Die Landezone war 150 × 700 Meter groß. Das Sammeln der Kräfte dauerte 20 Minuten. Im Rahmen der Operation „Goodwood“ wurden insgesamt 3.000 Fallschirmjäger ORANGE in einem Schubangriff aus östlicher Richtung abgesetzt. In der Feldmark kam es zu mehreren Explosionen, dem Einsatz von 120 Panzern inklusive Abschüssen aus Laserkanonen, sowie simulierten Luftkämpfen.Der Gegenangriff von BLAU ereignete sich in den Orten Degersen und Redderse. BLAU reagiert mit MILAN-Angriffen aus Panzerabwehrstellungen in den Ortschaften Langreder, Egestorf, Gehrden und Leveste.Man stellte eine Trefferquote von 80 % nach. Der Panzerangriff ROT wurde auch vor Minenfelder gebrochen, die sich vor den Ortschaften Gehrden, Wennigsen und Degersen befanden. Die Luftunterstützung wurde durch tieffliegende Hubschrauber und Harrier-Senkrechtstarter geleistet.
  • Luftlandung von Teilen der 82. US-Airborne Division bei Abbensen mittels zweier Chinook-Transporthubschraubern.

In der Artilleriekaserne Gütersloh wurde in einem Garagenkomplex ein Feldhospital mit einer Kapazität von 400 Betten eingerichtet. Außerdem wurden fünf Korpsversorgungspunkte (Replenishment Parks), einer davon in Gütersloh, eingerichtet. Der dritte Teil von „Crusader 80“ bildete eine sogenannte „Telephone Battle (Stabsrahmenübung)“ die im östlichen Englandstattfand.

Spearpoint 80 untergliederte sich in vier Einzelphasen:

  • Phase 1.17. September 1980: Verzögerungsgefecht der 4. UK-Armoured Division. Angriff ORANGE sollte für mindestens 24 Stunden gebunden werden, damit 1st und 2nd UK-Amoured Division Zeit gewinnen, um ihre Verteidigungspositionen vorzubereiten. ORANGE griff aus dem Raum Braunschweig-Wolfenbüttel in Richtung Westen an und BLAU musste sich hinter der Leine zurückziehen.
  • Phase 218. bis 20. September 1980: Einbruchsgefecht durch ORANGE und Gefechte entlang der Verzögerungslinie (VZL). Am 18. September trafen beide Konfliktparteien im Raum Elze, Sarstedt und Hoheneggelsen aufeinander. Es kam zu Kämpfen im Raum Braunschweig-Hildesheim. Die 4. UK-Armoured Division wechselte die Seite. Vorstoß durch ORANGE bis zur Leine und sie erreichen einen Brückenkopfbildung am Westufer.
  • Phase 3.21. bis 23. September 1980: Operation „Goodwood“ durch BLAU (im Raum Ronnenberg bis Barsinghausen in Anlehnung an die alliierte Operation 1944 in der Normandie). Kampf in einem Verteidigungsbereich des Beckens von Coppenbrügge. ORANGE griff mit der PzBrig 3 im Süden und der 4. UK-Armoured Division im Norden an. Fesselungsgefecht Raum Pattensen-Springe und Bennigsen. Nach zwei Gefechtstagen legte ORANGE eine Gefechtspause zur Konsolidierung ein. BLAU bereitete den Gegenangriff vor. Die 2nd US-Armored Division wechselte dazu zu BLAU. Die entscheidenden Angriffe erfolgten am 23. September 1980.
  • Phase 424. bis 26. September 1980: Gegenangriff von BLAU in Richtung Osten, schwerpunktmäßig geführt durch die 2nd US-Armored Division. Gefechte beiderseits der B3 zwischen Laatzen und Alfeld. Am 25. September verlagerte sich das Geschehen in den östlichen LK Hildesheim hinein. Offizielles Übungsende am 26. September 1980, nachdem ORANGE erfolgreich zurückgeschlagen ist.

Aufgrund der starken Manöverschäden im Deistergebiet, insbesondere im Raum Barsinghausen, wurde beschlossen, bebaute Landstriche und Siedlungen in Zukunft von Manöverhandlungen auszunehmen – Text Copyright https://de.wikipedia.org/wiki/Spearpoint_80

Ken selbst schreibt dazu….

here are the photos from Crusader 80, it was a good time, like I said, we were ‘Non-Tac’ as 50 Missile were part of the Umpiring setup so that meant we could drink etc, not that it stopped the guys involved in the tactical side from drinking. 🙂 That location was for 50 Missile Regiment, Workshops, REME (my unit), attached to 50 Missile Regiment RA

Cheers Ken

 

 

Lars de Vries

Lars de Vries

Viele Manöver des "Kalten Krieges" hier im Weserbergland prägten mich in der Kindheit und Jugend und waren der Ursprung zu dieser Webseite!
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Über den Autor

Lars de Vries

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4 Kommentare

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  1. 4
    Patrick Wiegmann

    Ist schon wirklich einfach unglaublich was damals für ein Material bei dieser Übung auf der Strasse unterwegs war.
    Heutzutage ist das absolut undenkbar. Schade das diese gigantischen Übung der Vergangenheit angehören.
    Vielen Dank für die Aufnahmen.

    Gruß Patrick

  2. 3
    Guenther H.

    Was da damals unterweges war…bei euch Spearpoint bei uns Certain Rampart…wenn du das heute der jüngeren Generation erzählst, was da geboten war, man erntet nur ungläubiges Kopfschütteln.
    Der der es erlebt hat bekommt automatisch das altbekannte ” Herzpumpern” wenn er solche Bilder zu Gesicht bekommt , was waren das für Zeiten…man kann es nur immer wieder wiederholen!
    Tja lang, lang ist’s her aber ganz hinten im Hirnkastel glüht immer noch der Funke, der immer noch zum Großbrand werden könnte!
    So, mir bleibt nur noch zu schreiben: DANKESCHÖN für’s zeigen!

    Gruß
    Günther

  3. 2
    joe

    Jau genau so war es hier bei uns in der Deister Region.Im Raum Barsinghausen und Gehrden. Ich hatte ja in meinen Berichten davon schon erzählt. Ich hoffe immer noch das irgendwann mal die Filme von der amerikanischen Bell die in beiden offenen Schiebetüren mit Kameras bestückt war und zwischen Deister und Groß Goltern und Gehrden während der Operation Goodwood ständig hin und her flog.Danke fürs zeigen Gruß Joe✌

  4. 1
    Lars de Vries

    Was für ein Spektakel…was für eine Übung. Kaum vorstellbar so viel Personal und Material in der Kürze der Zeit hier her zu bringen. Genau solche Eindrücke haben uns geprägt bis zur heutigen Zeit und sind wohl auch der Grund für diese Seite hier. Bilder von der Sennhütte zu sehen sind ein Glücksfall, damit hätte ich niemals gerechnet. Leider waren wir exakt an dieser Stelle vor kurzem zum Memorial Service von Sgt. Clive o´Hare, der fast an der selben Stelle beim Absturz mit seiner Gazelle sein Leben verlor. 18000 Radfahrzeuge und 2788 Kettenfahrzeuge, davon 855 Kampfpanzer…absolut unvorstellbare Größen. Danke für dieses gigantische Zeitreise in meine Heimat.

    Gruß Lars

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