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1983 Eternal Triangle – Teil 2/2 – Galerie Uhde

Wie vor jeder größeren Übung gab es auch bei uns eine entsprechende Ankündigung in der Tageszeitung. Bekanntlich fand das Manöver vom 13.10. bis zum 07.11.83 im Raum Paderborn, Kassel, Duderstadt, Seesen, Hildesheim statt. Und wir im Landkreis Northeim lagen mal wieder mittendrin! Voller Vorfreude erwartete ich den Start der freilaufenden Truppenübung.

Doch die Tage vergingen…und bei uns passierte absolut nichts!

Mittlerweile waren 14 Tage des Manövers vorbei und ich hatte noch nicht ein Fahrzeug gesehen.

Am Wochenende 30./31.10. machte ich mich dann auf die Suche nach E.T.83; 18.000 Soldaten mussten ja irgendwo in dem angegebenen Übungsraum zu finden sein. So plante ich eine Aufklärungsfahrt an die Weser und in die Warburger Börde. Doch bereits nach 10 km fand ich in dem Städtchen Dassel ein Schilderbaum der britischen Truppen. Die Richtungspfeile zeigten in die Dörfer der Nachbarschaft: Lüthorst, Erichsburg, Hunnesrück, Deitersen, Amelsen; alles war voller Briten.

Es handelte sich um Brigadestäbe und Teile der Divisionstruppen (Versorgung, Bergung und Artillerie). Am Sonntag, 31.10., rumpelten plötzlich – aus westlicher Richtung kommend – Chieftain und F.V.432, Abbot etc. der Übungstruppe “Rot” durch unser Dorf.

Auf der Linie Iber – Dörrigsen – Edemissen – Odagsen – Einbeck bauten sie eine Verteidigungstellung auf. E.T.83 war da!! und im Einbecker Becken war richtig was los!

Am frühen Montagmorgen griffen die “Blauen” von Nordwesten kommend die “roten” Verteidiger an. Links und rechts von meinem Heimatdorf Dassensen gingen “Chieftain” und “F.V.432″ über frisch gepflügte Äcker vor. Zwischen Rotenkirchen und Dörrigsen gab es den ersten “Feindkontakt”. Die Kampfpanzer griffen die Stellungen der “Roten” frontal an und wurden von den Schiedsrichtern größtenteils neutralisiert. Nun mußte die Infanterie ran. Die F.V.432 haben die Grenadiere unter geschickter Ausnutzung von Buschreihen und Geländesenken ca. 2 km an die “roten” Ortschaften herangeführt. Nach dem Ausbooten gingen die Infanterietruppen in Gräben und hinter Hecken getarnt in die Ortschaften vor. Überall war wildes Gewehrfeuer zu hören. Der “Kampf” dauerte bis in die späten Nachmittagstunden. Dann zogen sich die “Roten” über die Leine in Richtung Herzberg -Gieboldehausen – Nörten zurück. Die “blauen” Truppen sammelten sich in den westlichen Leinedörfern zwischen Immensen und Hollenstedt, um am nächsten Morgen die “Roten” erneut anzugreifen und sie bis weit ins Eichsfeld zurückzudrängen.

Ja, so war das damals! Dank der folgenden Bilder als zweiter Teil bleiben die Erinnerungen weiter lebendig.

Euch allen ein schönes Wochenende

FreeLion E.Uhde

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Free Lion

4 Kommentare

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  1. 4
    RALF_67

    Hallo Eckhard
    Je mehr Jahre verstreichen desto schmerzvoller wird die Erinnerung daran dass es mal solche Übungen gegeben hat.
    Ich kann es gar nicht oft genug sagen dass es für uns “Bekloppte” ein Segen ist dass Du ( und Herr Neumann ) bei fast allen Übungen in der Zeit dabei gewesen seid und uns diese Eindrücke von damals auf Bildern festgehalten habt.

    Herzlichen Dank dafür.

    Grüße,Ralf

  2. 3
    Günther

    Vergleicht man diese Bilderserie mit heutigen Übungen, die den Weg in die freie “Prärie” finden, sind diese im Vergleich zu früher “Peanuts”…so wie damals, wird niemals mehr der Bär steppen, schon wegen Mangel aus Masse nicht!
    Bleibt einem nur noch, an solchen Bildern das Herz zu erwärmen! Deshalb bleibt nur zu sagen: Dankeschön für’s zeigen, auch wenn ich die “Tommy’s” nie live erlebt hab…

    Guß
    Günther

  3. 2
    Michael Uffmann

    Moin,

    wie immer großartige Bilder von dir Eckard! Alles dabei was das Briten Herz höher schlagen lässt.
    Vielen Dank das du uns immer mit so genialen Bildern versorgst.

    Gruß
    Michi

  4. 1
    Lars de Vries

    Moin Eckhard,
    “schlechte” Galerie gibt es bei dir eh nicht, aber diese hier gehört für meinen Geschmack zu deinen Besten. Kaum eine schafft es so wie diese, sich in diese Szenen hineinzuversetzen. Ich kann das Geklirre , den Geruch und die Stimmung fast noch mal fühlen und erleben. Das Gejaule vom Ferret, Querfeldein mit allem was da war…Schiedsrichter mit Gazelle, Rauchbomben, Ortskämpfe etc….genau das machte die britische Armee damals aus….unvergessen und auf ewig eingebrannt.

    Danke
    Gruß Lars

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